EHRENAMTLICHE TÄTIGKEITEN


S. Hofschlaeger  / pixelio.de
S. Hofschlaeger / pixelio.de

Ich habe in meinem Leben sehr viele Chancen und Unterstützung erhalten. Aus diesem Grund engagiere ich mich in meiner Freizeit für Menschen, die dieses nicht erfahren durften.

Während meiner Tätigkeit als ehrenamtliche Hospizhelferin erlebe ich intensiv Vergänglichkeit und Tod. Hierbei setze ich mich auch immer wieder mit meinem Leben und dem, wie ich es nutze, auseinander


Medimobil (externer Link)

Das Thema Obdachlosigkeit liegt mir sehr am Herzen und ich möchte gerne meinen Beitrag leisten, damit es diesen Menschen ein wenig besser geht. Damit ich die Menschen und ihre Situation besser verstehen kann, habe ich bereits an meinem früheren Wohnort in Essen während meiner Urlaube diverse „Praktika“ in verschiedenen Obdachlosenwohnheimen, der Notschlafstelle sowie in der Suchthilfe gemacht. In diesem Rahmen habe ich das Konzept des Arzt- oder Medimobils kennen und schätzen gelernt. Schnell stand für mich fest, dass ich unbedingt auf einem solchen Arztmobil mitarbeiten möchte.

Seit Juni dieses Jahres bin ich nun Teil der Mannschaft des Medimobils in Wuppertal. Das Medimobil ist ein umgebauter Rettungswagen, mit dem Ärzte und ich wöchentlich zu verschiedenen Wuppertaler Orten fahren, um hilfsbedürftige Menschen zu behandeln – natürlich unentgeltlich.

Die Menschen sind sehr arm - meist obdachlos und oft auch alkohol- bzw. drogenkrank - und meiden in der Regel die normalen medizinischen Angebote. Das Medimobil ist somit oftmals die erste Anlaufstation für diese Menschen.

Das Medimobil wird von der Wuppertaler Tafel getragen und durch Spenden finanziert für die Fahrzeug- und Benzinkosten sowie für Medizin.

 

Hospizdienst (externer Link)

Viele Menschen sterben nicht von heute auf morgen und werden gar unerwartet aus dem Leben gerissen. Viele Menschen sterben langsam. Je länger der Zeitabschnitt des Sterbens andauert, desto mehr wird bewusst, dass das Sterben auch ein Teil des Lebens ist.

Meine Aufgabe als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Hospizdienstes ist es, die Kranken und auch deren Angehörige in ihrer Auseinandersetzung mit Krankheit, Schmerz, Abschied, Tod und Trauer zu begleiten. Ein wesentlicher Teil der Begleitung ist das geduldige, taktvolle Zuhören. Wenn ich am Bett eines kranken Menschen sitze, ist in der Regel er es, der sprechen möchte, während ich zuhöre. Manchmal möchten die Menschen aber auch gar nicht an den Tod denken. Dann gehen wir an der frischen Luft spazieren, essen leckeren Kuchen oder singen gemeinsam Lieder.

Auf unsere Tätigkeiten und Aufgaben werden wir ehrenamtlichen Mitarbeiter in einer Fortbildung. Auch während der Begleitung Sterbender werden wir Mitarbeiter durch die Gruppe unseres jeweiligen Hospizvereins aktiv unterstützt.

Meine Motivation zum Helfen und damit meine konkrete Entscheidung, mich in die Hospizarbeit einzubringen, liegt in der Dankbarkeit für so vieles, was mir in meinem Leben geschenkt worden ist, begründet. Daran möchte ich andere Menschen teilhaben lassen, denen es leider weit weniger gut geht. Dieses gemeinsame Anliegen verbindet uns ehrenamtliche Mitarbeiter, etwas von unserer Zeit an kranke Menschen zu verschenken, ihnen Aufmerksamkeit, Wärme, ja sogar Freude entgegenzubringen, um ihnen ein Lebensende in Würde und menschlicher Geborgenheit zu ermöglichen. Die eigene Lebensfreude als Quelle der Kraft für diese Aufgabe ist ebenso wichtig, wie die Bereitschaft, etwas davon weiterzugeben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer eine leichte, aber dennoch eine sinnvolle, bereichernde, schöne Aufgabe ist, die auch mir selbst Freude und Zufriedenheit schenkt und mich darüber hinaus lehrt, immer klarer zu erkennen, was im Leben wirklich wichtig und was weniger wichtig ist.